St. Barbara-Kirche und St. Barbara-Kapelle

„Kommt zu Ihm, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist.“ (1 Petr 2, 4) – so stand es von 1953 bis 2011 im Grundstein der St.-Barbara-Kirche, und so steht es heute im Grundstein der St.-Barbara-Kapelle, die am 4.Juni 2011 von Weihbischof Dieter Geerlings geweiht wurde.

Der Bau beider Gotteshäuser – und auch die Aufgabe der Kirche – waren eine Konsequenz der veränderten Situation der Kirche und der kirchlichen Bindung der Menschen in Deutschland und in Suderwich.

So hatte am Anfang des 20. Jh. das starke Anwachsen der Suderwicher Bevölkerung v.a. durch die Menschen, die dem Bergbau verbunden waren, zuerst zur Errichtung einer Notkirche auf der Suderwicher Heide geführt, und zwar in einer Schulbaracke auf dem Gelände der „Schule an der Henrichenburger Straße“ (heute Anne-Frank-Schule). Diese Notkirche wurde von den Menschen gut angenommen, doch als Übergang verstanden hin zu einem festen Kirchbau.

Diese Kirche wurde schließlich als St.-Barbara-Kirche unter großer Mithilfe der Menschen der zukünftigen Pfarrgemeinde ab dem ersten Spatenstich am 19.10. 1952 erbaut und am 20.6.1954 eingeweiht. Der Duisburger Architekt Cremer schuf ein weiträumiges, einladend helles Gotteshaus, das zusammen mit dem ausgebauten Turm (zuerst Wohnung von Pfarrer Buchinger, anschließend Gruppenräume für die Gemeindearbeit) über 50 Jahre lang jungen und alten Menschen einen würdigen Gebets- und Gottesdienstort und einen geschätzten und überaus gut angenommenen Lebensraum bot. Im Laufe der Zeit kamen ein Mosaikkreuzweg, eine Orgel der Firma Breil und im Chorraum ein Ambo, moderne Fenster des Künstlers Bodo Schramm und ein Zelebrationsaltar aus Teilen des bisherigen Hochaltars dazu.

1957 wurde St.-Barbara als eigenständige Pfarrei von St. Johannes abgepfarrt und war bis zur Zusammenlegung als Seelsorgeeinheit mit Hl. Geist, Essel und St. Johannes im Jahr 2004 eine eigenständige Gemeinde.

St. Barbara Kapelle

Im Jahr 2006 beschloss das Bistum Münster zusammen mit dem Kirchenvorstand, sich von einer Kirche der Seelsorgeeinheit zu trennen, da die Zahlen der Pfarrangehörigen – wie überall in der deutschen Kirche – stark zurückgingen. Der Abriss der St. Barbara-Kirche löste im Vorhinein wie im Vollzug große Betroffenheit bei den Menschen auf der Heide aus.

Stimmig und gut war es deshalb, dass eine Kapelle St. Barbara an das Pfarrheim angebaut wurde. Die Grundsteinlegung am 19.12.2010 setzte ein deutliches Zeichen dafür, dass der Kirchort St. Barbara auch in Zukunft liturgisch, pastoral und caritativ lebendig sein will und soll.

St. Barbara Kapelle: Innenansicht

Wie die Kirche ist auch die Kapelle hell und einladend. Dazu tragen vor allem die Fenster von Bodo Schramm bei, die wie viele andere Dinge aus der Kirche mitgenommen wurden. Sie zeigen eindrucksvoll das Wirken Gott als Schöpfer, als Gott der Gegenwart und als Gott der Vollendung in Szenen aus Gen 1, Ex 3 und Off 21.

Glaube umfasst Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – ein deutliches Zeichen dafür setzt auch das Kruzifix in der Sakristei der Kapelle, das noch aus der ersten Notkirche stammt.

Vertraut ist ebenso der (verkleinerte) Altar aus der Kirche mit den Reliquien der Heiligen Coronata und Luzinda, der Ambo, das Ewige Licht in Form einer Bergmannsleuchte und das Bild der Muttergottes von der Immerwährenden Hilfe. Auch der Grundstein der Kirche hat seinen Platz in der Kapelle, am Fuß des Tabernakels, dessen Türen, wie in der Kirche, die Bilder des auferstandenen Christus und des staunenden Apostels Thomas zeigen.

Der Raumumfang der Kapelle  kann bei Bedarf mit dem Pfarrsaal von 50 auf 300 Sitzplätze erweitert werden, so dass die Orgel, die von der Firma Stockmann aus Werl neu entworfen und gebaut wurde, die Möglichkeit bieten musste, beide Räume angemessen zu bespielen – was gut gelang.

Eine Besonderheit am Kirchort St. Barbara bildet außerdem das Glockenhaus. Die beiden Stahlglocken „Maria“ und „Barbara“ aus dem Turm der Kirche läuten heute in einem ehemaligen Trafohäuschen unmittelbar neben der Kapelle. Ihr Ton begleitet noch immer die Stunden der Menschen auf der Suderwicher Heide und lädt ein zum Gottesdienst.

| St. Barbara | Heilig Geist | St. Johannes | Liebfrauen | St. Petrus Canisius |