500 Jahre St. Petrus Canisius | 1521 -2021

Am 8. Mai 2021 jährt sich zum 500. Mal der Geburtstag des Patrons der St.- Petrus- Canisius- Kirche. Petrus Canisius wurde als Peter Kanis, Sohn des Patriziers und Bürgermeisters Jacob Kanis, in Nimwegen geboren, das damals zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und zum Erzbistum Köln gehörte. Im Jahre 1536, wurde Petrus Canisius zum Montaner Gymnasium nach Köln geschickt, an dem die Gedanken des Thomas von Aquin gelehrt wurde. Er studierte später in Köln weltliches Recht und in Löwen kirchliches Recht. 1540 erlangte Canisius den Doktortitel der Philosophie.

1543 schloss er sich dem gerade anerkannten Jesuitenorden an. 1549 bat der Bayerische Herzog Wilhelm um Ordensleute, weil Bayern wieder „mit Katholischem Geiste und Eifer zu beleben“ sei. So gelangte Canisius mit zwei Mitbrüdern nach Ingolstadt, wo ihm später auch die Vizekanzlerschaft der dortigen Universität verliehen wurde.

Schon bald wählten ihn Bischöfe und katholische Fürsten zu ihrem Berater. Der Papst und der Kaiser vertrauten ihm Missionen an in schwierigen kirchenpolitischen Verhandlungen. Sein Wirken fiel in die bewegte Zeit der von Deutschland ausgehenden Glaubensspaltung und in die Bemühungen der Glaubensklärung auf dem Trienter Konzil.

Und doch verlor dieser Hochschulreformer und Konzilstheologe nie den Kontakt zum schlichten gläubigen Volk. Um der großen religiösen Unwissenheit bei Klerus und Volk entgegenzuwirken, schrieb er in Wien seinen bis heute berühmten Katechismus der bis zu Canisius Tod in rund 200 Auflagen gedruckt und in 15 Sprachen übersetzt wurde. Dort predigte er vor einer immer größer werdenden Zuhörerschaft und lehrte an Schulen. Das Amt des Bischofs lehnte er mehrfach ab.

1556 wurde Petrus Canisius zum Provinzial des Jesuitenordens für Süddeutschland, Österreich und die Schweiz ernannt. In dieser Funktion unternahm er Reisen zu Religionsgesprächen zwischen Katholiken und Protestanten und war zudem im Auftrag des Papstes zu Predigten in ganz Deutschland und einigen Nachbarländern unterwegs. Über Stationen in Prag, Augsburg und Innsbruck gelangte Canisius 1580 nach Freiburg in der Schweiz, wo er im Dezember 1597 starb.

1626 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet, dessen Fortsetzung jedoch durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges vereitelt wurden und auch danach nur schleppend verlief. Erst am 21. Mai 1925 wurde Petrus Canisius heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben. Sein Gedächtnistag ist der 27. April.

Das Wirken unseres Namenspatrons fiel in die Zeit der Glaubensspaltung. Auch unsere Zeit ist von einer in mehrfacher Hinsicht gespaltenen Kirche geprägt. Wenn wir uns im Sinne von Canisius am Vorbild Jesu orientieren, kann uns bei aller Verschiedenheit eine versöhnte Einheit und eine geschwisterliche Kirche gelingen, für die wir eine Zukunft erhoffen dürfen. Insofern ist die Bedeutung des Heiligen auch nach 500 Jahren noch aktuell.

KIRCHORTAUSSCHUSS ST. PETRUS CANISIUS