Tschüss, Oliver Paschke!

Es war der 24. Juni 2009, als Oliver Paschke und sein Mitbruder Johannes Büll sich vor dem Pfarrgemeinderat und dem Kirchenvorstand der damaligen Kirchengemeinde Liebfrauen vorstellten. Mit der ihm eigenen Eloquenz erzählte Oliver Paschke sprudelnd über seine bisherigen Schwerpunkte in der Pastoral und legte dar, welche Wegweiser er setzen würde, wenn er nach Liebfrauen in Recklinghausen käme. Gleich in dieser Zusammenkunft bekundete er auch schon sein Faible für das karnevalistische Treiben, in Liebfrauen ja quasi   Einstellungsvoraussetzung für Hauptamtliche.

Im Dezember 2009 war es dann soweit. Oliver Paschke wirkte zunächst als zusätzlicher Priester im Gemeindedienst. Besonders am Herzen lag ihm die Jugendarbeit und der Auftrag zur Schulseelsorge am Gymnasium Petrinum und die Erteilung von Religionsunterricht am Marie-Curie-Gymnasium.
Und gleich war auch die erste Fusion zwischen St. Petrus Canisius und Liebfrauen zu schultern. Obwohl Pfarrverwaltung eigentlich nicht sein Arbeitsschwerpunkt sein sollte, ist Oliver Paschke dann in 2013 dem Ruf des Bischofs gefolgt und hat die Nachfolge von Johannes Büll und damit auch die Leitung der Pfarrei angetreten. Und schon wieder folgte eine Fusion, die zwischen Liebfrauen und der Pfarrei St. Johannes. Neben der Erledigung der Verwaltungsnotwendigkeiten, hat Oliver Paschke in diesem Prozess wegweisend gelebt, dass vor allem Seelsorge notwendig ist, um die Menschen mitzunehmen; Sorgen und Fragen ernst nehmen und das Leben an den Kirchorten möglichst erhalten.
Im Mai 2015 erhielt Oliver Paschke seine Krankheits-Diagnose. Zwei schwere, aber zum Glück erfolgreiche Operationen folgten. Oliver Paschke musste zwar etwas kürzer treten, aber angetrieben durch die Überzeugung: „Ich muss diese noch junge Pfarrei weiter auf den Weg bringen!“ zeigte er schnell wieder hohe Präsenz. Der in diesem Jahr nun fertiggestellte Pastoralplan in der Form eines Wegweisers zeigt sein Denken. Kirche soll für die Menschen erlebbar sein, Kirche soll vor Ort sein! Es waren seine aufmunternden Fragen und Anregungen in Steuerungsgruppe und Pfarreirat, die zu diesem Ergebnis geführt haben. Immer wird in diesem Werk seine Handschrift zur Geltung kommen und Wegweiser sein. Vieles Weitere gäbe es noch zu beschreiben, für vieles Weitere noch zu danken: Oliver Paschke hat die Stiftung Liebfrauen mit auf den Weg gebracht. Der Kirchenmusik hat er geholfen durch seinen Einsatz für die Finanzierung der Orgel-Sanierungen. Der hoffentlich im nächsten Jahr beginnende Umbau des Pfarrzentrums basiert auf seiner Initiative. Die Weiterentwicklung unserer Kindertagesstätten war einer seiner Hauptarbeitsschwerpunkte. Die weitere Aufzählung wäre zu lang und sicher nicht vollständig. Doch Eines muss noch genannt werden: Karneval, das Trio Klerikale! Zehn Jahre war Oliver Paschke der Frontmann und die Konstante im Team. Zehn Jahre mit lustigen, oft auch nachdenklichen, doch meistens wegweisenden Sketchen.

Wir werden Oliver Paschke an vielen Ecken und Enden vermissen. Nichtsdestotrotz bleibt uns nur, seine Entscheidung zu respektieren. Wir wünschen von Herzen nur das Beste und Gottes Segen. Gesundheit, Zeit für die Hunde, viele Radtouren – dabei auf die Wegweiser achten! – und Inspiration für die Menschen in St. Antonius.

Ja und natürlich: HILLEN ALAAF!

(Hans-Georg Bachem)

Impressionen von der Verabschiedung am 27. Oktober 2019:

Vor der Kirche verabschiedeten sich die Kinder, Eltern und Erzieher*innen von Oliver Paschke
Der Chorraum ist gefüllt mit den Chören und Messdiener*innen und natürlich dem Pastoralteam

Vor der Kirche: Spalier der Messdiener*innen
Der Blick von der Empore in die übervolle Liebfrauenkirche
Die vielen Messdiener*innen bringen sich für den Einzug in Stellung