Pastoralkonferenz unterstützt Anliegen der jungen Umweltaktivisten

„Ich freue mich, dass junge Menschen für eine bessere Umwelt- und Klimapolitik auf die Straße gehen“, sagt Jürgen Quante, leitender Pfarrer der Propsteipfarrei St. Peter. Die Initiative „Fridays for Future“ sei daher ausdrücklich zu loben. Auch die Pastoralkonferenz der katholischen Kirche in Recklinghausen unterstützt die Anliegen der jungen Generation. Auf ihrer jüngsten Sitzung haben die Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Vertreter der Kategorien einstimmig einer Vorlage der Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen zugestimmt, in der den Protestierenden „großen Respekt“ gezollt wird.
Auf ihrer Kreissynodaltagung haben die evangelischen Christinnen und Christen in Analogie den Aufruf „Churches for Future“ auf den Weg gebracht. Der Beschluss wertet die weltweiten Protestaktionen von Schülerinnen und Schüler als „ein eindrucksvolles Zeichen für ein konsequentes Eintreten gegen die Klimakrise und für eine sichere Zukunft“. Der eindringliche Ruf zur Umkehr sei „sehr berechtigt“, weil Politik und Gesellschaft nur zögerlich handeln würden.
Propst Jürgen Quante hat die Synode besucht, auf der auch Vertreterinnen und Vertreter von „Fridays for Future“ zu Wort kamen. „Es war beeindruckend zu sehen, wie engagiert die jungen Menschen sind. Jedes Wort nehme ich ihnen ab. Es war geradezu ergreifend“, berichtet Quante.
Erst kürzlich hatte auch der für Recklinghausen zuständige Weihbischof Rolf Lohmann, der in der Deutschen Bischofskonferenz der Arbeitsgruppe für Umwelt und Ökologie vorsitzt, erklärt, Umweltschutz über die Liturgie in den Gemeinden verankern zu wollen. „Die politische Diskussion mit der Frage, ob die Aktionen Schwänzen oder Streiken sind, wird dem Anliegen der Jugendlichen nicht gerecht“, sagte „Umweltbischof“ Lohmann. Zwar ersetze eine Demonstration nicht den Unterricht zur Energiepolitik. Der Weihbischof lobte aber, dass die Schüler sich politisch einmischten und Position bezögen.
Schon seit Jahrzehnten warnen Umweltgruppen auf kirchlich-regionaler Ebene und Eine-Welt-Kreise in Pfarreien vor den Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschen in der ganzen Welt. Der Beschluss der evangelischen Kreissynode schließt daran an und enden mit dem Aufruf an Kirchengemeinden und kirchlichen Organisationen, den Kontakt mit den Organisatoren von „Fridays for Future“ zu suchen und das Engagement für Klimagerechtigkeit deutlich zu verstärken. Dies dürfe Christinnen und Christen nicht schwerfallen, findet Propst Jürgen Quante und begründet: „Die Schöpfungsverantwortung ist kirchlicher Auftrag.“
(Michael Richter)